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Schweißanweisung erstellen: Schritt-für-Schritt Anleitung nach ISO 15609-1

Schweißanweisung (WPS) erstellen: So geht's richtig

Eine Schweißanweisung (auch WPS - Welding Procedure Specification genannt) ist das zentrale Dokument für jedes Schweißverfahren in Ihrem Betrieb. Sie definiert alle Parameter, die ein Schweißer beim Schweißen einhalten muss – von der Stromstärke bis zur Vorwärmtemperatur.

Ohne qualifizierte WPS dürfen Sie keine tragenden Bauteile nach EN 1090 schweißen.

In diesem Leitfaden lernen Sie:

  • ✅ Was eine Schweißanweisung nach ISO 15609-1 enthalten muss
  • ✅ Wie Sie eine WPS Schritt für Schritt erstellen
  • ✅ Welche Qualifizierungswege es gibt (pWPS vs. WPQR)
  • ✅ Typische Fehler und wie Sie diese vermeiden
  • ✅ Wie digitale Tools den Prozess von 45 auf 2 Minuten verkürzen

Zeitaufwand: Manuelle Erstellung 30-60 Min. | Mit Software: 2 Min.


Was ist eine Schweißanweisung (WPS)?

Definition nach ISO 15609-1

Die ISO 15609-1 definiert die WPS als:

"Ein Dokument, das alle notwendigen Schweißparameter und -bedingungen enthält, um eine Schweißnaht mit den geforderten Eigenschaften herzustellen."

Zweck der Schweißanweisung

Eine WPS dient als:

  • 📋 Arbeitsanweisung für Schweißer (Was muss ich wie schweißen?)
  • Qualitätsnachweis für Audits (Wie wurde geschweißt?)
  • 🔄 Reproduzierbarkeit (Gleiche Qualität bei jedem Schweißer)
  • 📊 Grundlage für Kalkulation (Welche Kosten entstehen?)

Rechtlicher Rahmen

Nach EN 1090-2 gilt:

  • Jedes Schweißverfahren benötigt eine qualifizierte WPS
  • Die WPS muss von der Schweißaufsichtsperson freigegeben sein
  • Bei Audits muss die WPS lückenlos dokumentiert vorliegen
  • Änderungen müssen versioniert und nachvollziehbar sein

Wichtig: Eine fehlende oder unvollständige WPS ist ein kritischer Mangel im Audit!


Was bedeutet WPS beim Schweißen? — Begriff kompakt erklärt

WPS steht für Welding Procedure Specification — auf Deutsch Schweißanweisung. Sie ist das normierte Dokument, das einem Schweißer vorschreibt, wie er eine bestimmte Verbindung ausführen muss: welches Verfahren, welche Parameter, welche Bedingungen.

WPS — Welding Procedure Specification: Abkürzung erklärt

BuchstabeEnglischDeutsch
WWeldingSchweißen
PProcedureVerfahren / Anweisung
SSpecificationSpezifikation / Festlegung

Die WPS ist damit wörtlich die Festlegung des Schweißverfahrens — nicht zu verwechseln mit dem Prüfnachweis (WPQR) oder dem Schweißprotokoll aus der Produktion.

Schweißanweisung vs. Schweißprotokoll: Der Unterschied

  • Schweißanweisung (WPS): Vorgabe vor dem Schweißen — was der Schweißer einhalten soll
  • Schweißprotokoll: Aufzeichnung während/nach dem Schweißen — was tatsächlich ausgeführt wurde
  • WPQR: Qualifikationsnachweis — Beweis, dass das Verfahren der WPS funktioniert

Für die WPS digital erstellen bietet StahlNorm normkonforme Vorlagen nach ISO 15609-1 — kostenlos in der Beta.


WPS vs. pWPS vs. WPQR: Die Unterschiede

Bevor wir eine WPS erstellen, müssen Sie verstehen, welche Qualifizierungswege es gibt:

1. pWPS (preliminary WPS)

Vorläufige Schweißanweisung basierend auf Herstellerdaten

Vorteile:

  • Schnell verfügbar (keine Schweißverfahrensprüfung nötig)
  • Kostenlos (Hersteller liefert Daten mit)
  • Für Standard-Anwendungen ausreichend

Nachteile:

  • Begrenzte Gültigkeit (nur für bestimmte Material-Dicken)
  • Nicht für kritische Anwendungen (EXC 3/4, dickere Bleche)
  • Herstellerbescheinigung muss vorliegen

Wann nutzen: Standard-Stahlbau EXC 2, Materialdicken <25mm


2. WPQR (Welding Procedure Qualification Record)

Geprüfte WPS durch Schweißverfahrensprüfung nach ISO 15614-1

Vorteile:

  • Breiter Gültigkeitsbereich (Material, Dicke, Position)
  • Für kritische Anwendungen zulässig
  • Mechanische Eigenschaften nachgewiesen

Nachteile:

  • Kosten: 1.500€ - 5.000€ pro WPQR
  • Zeitaufwand: 2-4 Wochen (Prüfung + Auswertung)
  • Prüfinstitut erforderlich (SLV, TÜV)

Wann nutzen: EXC 3/4, dickere Bleche >25mm, Sondermaterialien


3. WPS (qualifizierte Schweißanweisung)

Die finale WPS basiert entweder auf pWPS oder WPQR:

pWPS → WPS (für Standard-Anwendungen)
WPQR → WPS (für kritische Anwendungen)

Die WPS ist das Arbeitsdokument, das der Schweißer verwendet.


Aufbau einer WPS nach ISO 15609-1

Eine vollständige WPS besteht aus 10 Hauptabschnitten:

1. Herstellerangaben

  • Firma/Betrieb
  • WPS-Nummer (eindeutig!)
  • Datum der Erstellung
  • Revision (bei Änderungen)
  • Freigabe durch Schweißaufsicht (Unterschrift)

Beispiel:

Firma: Metallbau Schmidt GmbH
WPS-Nr.: WPS-MAG-S355-001
Erstellt: 15.10.2025
Revision: 0
Freigegeben: Dipl.-Ing. Müller (IWT)

2. Schweißverfahren

Nach ISO 4063 (dreistelliger Code)

Häufige Verfahren:

  • 111 - Lichtbogenhandschweißen (E)
  • 135 - MAG-Schweißen (Metall-Aktivgas)
  • 136 - MAG-Schweißen (Fülldraht)
  • 141 - WIG-Schweißen (Wolfram-Inertgas)

Wichtig: Auch Kombinationen möglich (z.B. 141 + 135 für Wurzel + Füllung)


3. Grundwerkstoff

  • Material-Norm: z.B. EN 10025-2
  • Werkstoffbezeichnung: z.B. S355J2
  • Werkstoffgruppe: nach ISO/TR 15608 (z.B. 1.1 = unlegierter Stahl)
  • Dickenbereich: min./max. (z.B. 5-25mm)

Beispiel:

Grundwerkstoff 1: S355J2 (EN 10025-2), Gruppe 1.2
Grundwerkstoff 2: S355J2 (EN 10025-2), Gruppe 1.2
Dicke: 5 - 25 mm

Bei unterschiedlichen Materialien (z.B. S235 + S355) müssen beide angegeben werden.


4. Schweißzusatz

  • Norm: z.B. ISO 14341 (MAG-Draht)
  • Bezeichnung: z.B. G 42 4 M G3Si1
  • Durchmesser: z.B. 1,0 mm
  • Lagerung: Trocken, >5°C (wichtig für Fülldraht!)
  • Rücktrocknung: Falls erforderlich (z.B. bei Stabelektroden)

Beispiel MAG:

Schweißzusatz: G 42 4 M G3Si1 (ISO 14341-A)
Durchmesser: 1,0 mm
Lagerung: Trocken, keine Rücktrocknung erforderlich

Beispiel E-Hand:

Schweißzusatz: E 42 2 R B 1 2 H5 (ISO 2560-A)
Durchmesser: 3,25 mm
Rücktrocknung: 300°C, 2 Stunden (bei Feuchtigkeit)

5. Schutzgas (bei MAG/WIG)

  • Gas-Typ: z.B. ISO 14175: M21 (Ar + 18% CO₂)
  • Durchflussrate: z.B. 12-15 l/min
  • Besonderheiten: Windschutz erforderlich bei Außeneinsatz

Häufige Schutzgase:

VerfahrenGasISO 14175Anwendung
MAGAr + 18% CO₂M21Standard Baustahl
MAGAr + 8% CO₂M12Dünnblech, weniger Spritzer
WIGArgon 4.6I1Edelstahl, Aluminium

6. Schweißposition

Nach ISO 6947 (PA, PB, PC, etc.)

Wichtige Positionen:

  • PA - Wannenposition (horizontal, von oben)
  • PB - Horizontal-Vertical (Kehlnaht horizontal)
  • PC - Querposition (Kehlnaht senkrecht)
  • PD - Horizontal-Überkopf
  • PE - Überkopf
  • PF - Steigend vertikal
  • PG - Fallend vertikal

Regel: Die WPS gilt für die geprüfte Position + alle einfacheren Positionen.

Beispiel: WPQR in PF (steigend) qualifiziert auch PA, PB, PC.


7. Nahtart und -vorbereitung

  • Nahttyp: Stumpfnaht (BW), Kehlnaht (FW)
  • Nahtform: V-Naht, X-Naht, Y-Naht, HV-Naht
  • Nahtvorbereitung: z.B. nach ISO 9692-1
  • Öffnungswinkel: z.B. 60° (V-Naht)
  • Stegabstand: z.B. 2-3 mm
  • Wurzelöffnung: 0 mm (bei HV-Naht) oder 2-4 mm

Beispiel Skizze in WPS:

  /\
 /  \   ← 60° Öffnungswinkel
|    |  ← 2mm Stegabstand
|____|

Wichtig: Bei kritischen Nähten: Nahtskizze mit Maßen beifügen!


8. Schweißparameter

Die wichtigsten Angaben für den Schweißer:

Stromstärke (A)

  • Bereich: z.B. 180-220 A
  • Polarität: DC+ (meist bei MAG), DC- (bei WIG Aluminium), AC

Spannung (V)

  • Bereich: z.B. 22-26 V
  • Höhere Spannung = breitere, flachere Naht

Drahtvorschub (m/min)

  • Bereich: z.B. 8-10 m/min (bei MAG)
  • Bestimmt indirekt die Stromstärke

Schweißgeschwindigkeit (cm/min)

  • Bereich: z.B. 25-35 cm/min
  • Zu schnell = Bindefehler, zu langsam = Überhitzung

Beispiel-Tabelle:

LageStromstärkeSpannungDrahtvorschubGeschwindigkeit
Wurzel160-180 A20-22 V6-7 m/min20-25 cm/min
Füllung200-240 A24-28 V9-11 m/min30-40 cm/min
Decklage180-220 A22-26 V8-10 m/min25-35 cm/min

9. Wärmeführung

Vorwärmtemperatur (T₀)

  • Zweck: Vermeidung von Kaltrissen
  • Berechnung: Nach EN 1011-2 (abhängig von CE-Wert)
  • Beispiel: S355J2, t=15mm → T₀ = 50°C (bei CE ≈ 0,45%)

Faustregel:

  • S235, t<20mm: Keine Vorwärmung
  • S355, t>10mm: 50-100°C
  • S460, t>5mm: 100-150°C

Zwischenlagentemperatur (Tmax)

  • Zweck: Vermeidung von Heißrissen, Kontrolle des Gefüges
  • Typisch: 250°C (max. 300°C bei hochfesten Stählen)
  • Messung: Temperaturmesskreide oder IR-Thermometer

Streckenenergie (kJ/mm)

  • Berechnung: E = (U × I × 60) / (v × 1000)
    • U = Spannung (V)
    • I = Stromstärke (A)
    • v = Schweißgeschwindigkeit (cm/min)

Beispiel:

U = 24 V, I = 200 A, v = 30 cm/min
E = (24 × 200 × 60) / (30 × 1000) = 0,96 kJ/mm

Grenzwerte: 0,5 - 1,5 kJ/mm (typisch für Baustahl)


10. Nachbehandlung

  • Schlackeentfernung: Nach jeder Lage (bei E-Hand)
  • Wärmebehandlung: Spannungsarmglühen (nur bei Sonderanwendungen)
  • Prüfung: Sichtprüfung (VT) 100%, NDT nach Prüfplan

Schritt-für-Schritt: WPS erstellen (manuell)

Schritt 1: Anwendungsfall definieren

Fragen Sie sich:

  • Welches Material schweißen wir? (z.B. S355J2)
  • Welche Dicken? (z.B. 8-20 mm)
  • Welche Nahtart? (Stumpf- oder Kehlnaht?)
  • Welche Positionen? (PA, PB, etc.)
  • Welches Schweißverfahren? (MAG bevorzugt)

Beispiel:

Material: S355J2, t=8-20mm
Naht: V-Naht (Stumpfnaht)
Position: PA, PB
Verfahren: 135 (MAG)

Schritt 2: Schweißzusatz auswählen

Quellen:

  • Hersteller-Kataloge (z.B. Böhler, ESAB, Lincoln)
  • Online-Datenbanken
  • Beratung durch Schweißzusatz-Vertrieb

Für S355J2:G 42 4 M G3Si1 (ISO 14341) oder vergleichbar

Prüfen Sie:

  • ✅ Zugfestigkeit ≥ Grundwerkstoff (355 N/mm²)
  • ✅ Kerbschlagarbeit ausreichend (-20°C, 27J)
  • ✅ Herstellerbescheinigung vorhanden (für pWPS!)

Schritt 3: Schweißparameter festlegen

Option A: Herstellervorgaben (für pWPS)

  • Hersteller liefert Parametertabellen mit
  • Übernehmen Sie Strom, Spannung, Vorschub

Option B: Eigene Versuche (für WPQR)

  • Testschweißung durchführen
  • Parameter optimieren
  • Prüfinstitut beauftragt Schweißverfahrensprüfung

Beispiel aus Herstellervorgabe (Böhler):

Material: S355, Draht: 1,0mm, Gas: M21
Dicke 10mm, PA:
  Strom: 180-200 A
  Spannung: 23-26 V
  Vorschub: 8-9 m/min

Schritt 4: Vorwärmtemperatur berechnen

Nach EN 1011-2:

  1. CE-Wert berechnen:
CE = C + Mn/6 + (Cr+Mo+V)/5 + (Ni+Cu)/15

Für S355J2 (Beispiel-Analyse):

C=0,20%, Mn=1,60%, Si=0,55%
CE = 0,20 + 1,60/6 + 0 = 0,47%
  1. Vorwärmtemperatur ablesen (Tabelle EN 1011-2):
CE ≈ 0,47, t=15mm → T₀ ≈ 50°C

Alternativ: Sifa-Rechner (kostenlos online) oder StahlNorm integriert


Schritt 5: WPS-Formular ausfüllen

Download: WPS-Vorlage nach ISO 15609-1 (Link zum Download)

Typischer Aufwand: 30-60 Minuten pro WPS

Häufige Fehler:

  • ❌ Unvollständige Parameter (z.B. Vorschub fehlt)
  • ❌ Keine Unterschrift Schweißaufsicht
  • ❌ Kein Bezug zu pWPS/WPQR (Qualifikation fehlt)
  • ❌ Dickenbereich zu breit (ohne WPQR max. 3-12mm bei pWPS)

Schritt 6: Qualifizierung sicherstellen

Für pWPS:

  • Herstellerbescheinigung beilegen (Schweißzusatz-Hersteller)
  • Gültigkeitsbereich prüfen (Material, Dicke laut Bescheinigung)
  • pWPS-Vermerk in WPS aufnehmen

Für WPQR:

  • WPQR-Bericht vom Prüfinstitut erhalten
  • Gültigkeitsbereich in WPS übernehmen
  • WPQR-Nummer in WPS referenzieren

Schritt 7: Freigabe durch Schweißaufsicht

Die Schweißaufsichtsperson prüft:

  • ✅ Vollständigkeit der WPS
  • ✅ Parameter plausibel für Material/Dicke
  • ✅ Qualifikation vorhanden (pWPS oder WPQR)
  • ✅ Schweißer-Qualifikationen decken WPS ab

Dann: Unterschrift + Datum + Stempel


Schritt 8: WPS archivieren & verteilen

Archivierung:

  • Original in WPS-Bibliothek (Ordner oder digital)
  • Kopie in Projekt-Akte
  • Aufbewahrung: Mind. 10 Jahre

Verteilung:

  • Schweißer erhalten Kopie (laminiert für Werkstatt)
  • Kalkulation erhält Kopie (für Zeitberechnung)
  • Qualitätssicherung erhält Kopie (für Prüfplanung)

WPS erstellen mit Software: 45 Min. → 2 Min.

Traditioneller Weg (manuell):

  1. Word/Excel-Vorlage öffnen ⏱️ 2 Min.
  2. Materialien recherchieren ⏱️ 5 Min.
  3. Schweißzusatz-Katalog durchsuchen ⏱️ 10 Min.
  4. Parameter aus Tabellen ablesen ⏱️ 10 Min.
  5. CE-Wert & Vorwärmtemperatur berechnen ⏱️ 8 Min.
  6. Alles in Vorlage übertragen ⏱️ 10 Min.

Gesamt: ~45 Minuten


Mit StahlNorm WPS-Editor:

  1. Material auswählen (Dropdown S355J2) ⏱️ 10 Sek.
  2. Dicke eingeben (8-20mm) ⏱️ 5 Sek.
  3. Verfahren wählen (MAG) ⏱️ 5 Sek.
  4. Schweißzusatz vorgeschlagen (automatisch G 42 4 M G3Si1) ⏱️ 5 Sek.
  5. Parameter automatisch befüllt (aus Herstellerdatenbank) ⏱️ 0 Sek.
  6. Vorwärmtemperatur berechnet (automatisch 50°C) ⏱️ 0 Sek.
  7. WPS generieren (PDF-Download) ⏱️ 10 Sek.

Gesamt: ~2 Minuten = 96% Zeitersparnis

[Screenshot: StahlNorm WPS-Editor Interface]


Häufige Fehler bei WPS-Erstellung vermeiden

❌ Fehler 1: Zu breiter Gültigkeitsbereich

Falsch:

Dicke: 3 - 50 mm (ohne WPQR)

Richtig:

pWPS: Max. 3 - 12 mm (laut Herstellerbescheinigung)
WPQR: Abhängig von geprüfter Dicke (z.B. 6 - 40 mm)

Regel: Gültigkeitsbereich richtet sich nach Qualifikation!


❌ Fehler 2: Fehlende Vorwärmtemperatur

Falsch:

Vorwärmung: Keine Angabe

Richtig:

Vorwärmtemperatur: 50°C (bei t≥10mm und T<5°C)
Zwischenlagentemperatur max.: 250°C

Folge bei Fehlen: Kaltrisse, Audit-Mangel!


❌ Fehler 3: Parameter zu ungenau

Falsch:

Stromstärke: 150-300 A (viel zu breit!)

Richtig:

Stromstärke: 180-220 A (±20% Toleranz)

Regel: Parameter müssen reproduzierbar sein!


❌ Fehler 4: Keine Unterschrift Schweißaufsicht

Folge: WPS gilt als nicht freigegeben → kritischer Audit-Mangel

Lösung: Immer vor Verwendung freigeben lassen!


❌ Fehler 5: Veraltete WPS im Umlauf

Problem: Schweißer arbeitet mit alter Revision, neue Parameter nicht berücksichtigt

Lösung:

  • Versionsnummer in WPS (Rev. 0, 1, 2...)
  • Alte Versionen aus Werkstatt entfernen
  • Digitale Verwaltung mit automatischer Verteilung

Muster-WPS: S355J2, MAG, PA/PB

═══════════════════════════════════════════════════════
           SCHWEISSANWEISUNG (WPS)
           nach ISO 15609-1
═══════════════════════════════════════════════════════

1. HERSTELLERANGABEN
   Firma: Metallbau Muster GmbH
   WPS-Nr.: WPS-MAG-S355-001
   Erstellt: 15.10.2025
   Revision: 0
   Freigabe: _________________ (Unterschrift Schweißaufsicht)

2. SCHWEISSVERFAHREN
   Verfahren: 135 (MAG-Schweißen)
   Mechanisiert: Nein (Handschweißen)

3. GRUNDWERKSTOFF
   Material 1: S355J2 (EN 10025-2), Gruppe 1.2
   Material 2: S355J2 (EN 10025-2), Gruppe 1.2
   Dickenbereich: 8 - 20 mm

4. SCHWEISSZUSATZ
   Norm: ISO 14341-A
   Typ: G 42 4 M G3Si1
   Durchmesser: 1,0 mm
   Lagerung: Trocken, >5°C

5. SCHUTZGAS
   Typ: M21 (Ar + 18% CO₂) nach ISO 14175
   Durchfluss: 12-15 l/min

6. SCHWEISSPOSITION
   Qualifiziert für: PA, PB

7. NAHTART
   Typ: Stumpfnaht (BW)
   Form: V-Naht
   Öffnungswinkel: 60°
   Stegabstand: 2-3 mm

8. SCHWEISSPARAMETER
   ┌────────┬─────────┬──────────┬───────────┬──────────────┐
   │ Lage   │ Strom   │ Spannung │ Vorschub  │ Geschw.      │
   ├────────┼─────────┼──────────┼───────────┼──────────────┤
   │ Wurzel │ 160-180A│ 20-22 V  │ 6-7 m/min │ 20-25 cm/min │
   │ Füllung│ 200-240A│ 24-28 V  │ 9-11 m/min│ 30-40 cm/min │
   │ Decklage│180-220A│ 22-26 V  │ 8-10 m/min│ 25-35 cm/min │
   └────────┴─────────┴──────────┴───────────┴──────────────┘

   Polarität: DC+ (Pluspol an Draht)
   Streckenenergie: 0,7 - 1,2 kJ/mm

9. WÄRMEFÜHRUNG
   Vorwärmtemperatur: 50°C (bei t≥10mm und Umgebung <5°C)
   Zwischenlagentemperatur max.: 250°C
   Messung: Temperaturmesskreide oder IR-Thermometer

10. NACHBEHANDLUNG
    Wärmebehandlung: Keine
    Prüfung: Sichtprüfung (VT) 100%, NDT nach Prüfplan

11. QUALIFIKATION
    pWPS basierend auf Herstellerbescheinigung:
    Schweißzusatz-Hersteller XY, Zertifikat-Nr. ABC123

12. GÜLTIGKEITSBEREICH (nach pWPS)
    Materialdicke: 8 - 20 mm
    Position: PA, PB
    Nahtart: Stumpfnaht

13. BEMERKUNGEN
    - Bei Außeneinsatz: Windschutz erforderlich
    - Schlacke nach jeder Lage entfernen (falls vorhanden)
    - Drahtspitze max. 15mm aus Brenner

═══════════════════════════════════════════════════════
Freigabe Schweißaufsicht:

Datum: __________  Unterschrift: ____________________

Qualifikation: IWT (ISO 14731)
═══════════════════════════════════════════════════════

Checkliste: WPS vollständig?

Vor Freigabe prüfen:

  • WPS-Nummer eindeutig vergeben
  • Schweißverfahren nach ISO 4063 angegeben
  • Grundwerkstoff vollständig (Norm, Typ, Dicke)
  • Schweißzusatz vollständig (Norm, Typ, Ø)
  • Schutzgas spezifiziert (falls MAG/WIG)
  • Schweißposition definiert
  • Nahtart beschrieben (mit Skizze bei komplexen Nähten)
  • Schweißparameter vollständig (Strom, Spannung, Vorschub, Geschwindigkeit)
  • Vorwärmtemperatur berechnet/angegeben
  • Zwischenlagentemperatur angegeben
  • Qualifikation nachgewiesen (pWPS-Bescheinigung oder WPQR-Nummer)
  • Gültigkeitsbereich definiert
  • Freigabe Schweißaufsicht mit Unterschrift + Datum

Score: ___ / 13 ✅


Digitale WPS-Verwaltung: Best Practices

Problem: Papier-Chaos

  • 📄 50+ WPS in Ordnern verstreut
  • 🔍 Suche dauert 10 Minuten
  • ⚠️ Alte Revisionen noch in Werkstatt
  • 📊 Kein Überblick: Welche WPS ist für welches Projekt?

Lösung: Digitale WPS-Bibliothek

Anforderungen:

  • Zentrale Ablage: Alle WPS an einem Ort
  • Versionierung: Automatische Archivierung alter Revisionen
  • Suchfunktion: Nach Material, Verfahren, Dicke filtern
  • Projekt-Zuordnung: Welche WPS für welches Bauteil
  • Automatische Verteilung: Neue WPS sofort in Werkstatt verfügbar

StahlNorm bietet:

  • 🔍 "Zeige alle MAG-WPS für S355, 10-15mm" → Ergebnis in 2 Sek.
  • 📱 Mobile App: Schweißer scannt QR-Code → WPS auf Display
  • 🔔 Alerts: "WPS-MAG-001 wurde aktualisiert (Rev. 3)"
  • 📊 Dashboard: "20 aktive WPS, 5 in Prüfung, 12 archiviert"

Jetzt StahlNorm WPS-Verwaltung testen →


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viele WPS braucht mein Betrieb?

Faustregel:

  • Kleiner Betrieb (1-3 Schweißer): 5-15 WPS
  • Mittlerer Betrieb (4-10 Schweißer): 15-40 WPS
  • Großer Betrieb (10+ Schweißer): 40-100+ WPS

Abhängig von:

  • Anzahl Materialien (S235, S355, S460, Edelstahl...)
  • Anzahl Verfahren (MAG, WIG, E-Hand...)
  • Dicken-Varianz (3mm bis 50mm = mehrere WPS)
  • Positionen (PA, PB, PC = ggf. separate WPS)

Tipp: Starten Sie mit 5-10 Standard-WPS für häufigste Anwendungen.


Kann ich eine WPS von einem anderen Betrieb übernehmen?

Jein. Sie können sich inspirieren lassen, aber:

Nicht erlaubt:

  • 1:1 Kopie mit fremder Freigabe
  • WPS ohne eigene Schweißaufsicht-Freigabe
  • Qualifikation fehlt (pWPS/WPQR muss Ihr Betrieb haben)

Erlaubt:

  • Parameter übernehmen, aber eigene WPS-Nummer vergeben
  • Eigene Schweißaufsicht prüft und gibt frei
  • Eigene pWPS-Bescheinigung oder WPQR hinterlegen

Wichtig: Jede WPS muss von Ihrer Schweißaufsicht freigegeben sein!


Wann muss ich eine WPS aktualisieren?

Änderungen, die neue Revision erfordern:

  • ✏️ Schweißzusatz gewechselt (anderer Hersteller/Typ)
  • ✏️ Schweißparameter geändert (z.B. Strom 180-220A → 200-240A)
  • ✏️ Vorwärmtemperatur angepasst
  • ✏️ Gültigkeitsbereich erweitert (neue WPQR)

Änderungen, die KEINE neue Revision erfordern:

  • Tippfehler korrigiert
  • Layout angepasst
  • Bemerkungen ergänzt (ohne Parameter-Änderung)

Prozess:

  1. WPS kopieren
  2. Revisionsnummer erhöhen (0 → 1)
  3. Änderungsdatum aktualisieren
  4. Neuerliche Freigabe durch Schweißaufsicht
  5. Alte Revision archivieren (aus Werkstatt entfernen!)

Brauche ich für jede Materialdicke eine neue WPS?

Nein. Sie können Dickenbereiche definieren:

Bei pWPS:

  • Herstellerbescheinigung gibt Bereich vor (z.B. 3-12mm)
  • Nicht überschreiten!

Bei WPQR:

  • Geprüfte Dicke bestimmt Gültigkeitsbereich nach ISO 15614-1
  • Beispiel: Geprüft 12mm → Gültig 6-24mm (Faktor 0,5 bis 2)

Tipp: WPS mit breiten Bereichen reduzieren Verwaltungsaufwand! Beispiel: WPS für 8-20mm statt 3 separate (8mm, 12mm, 20mm)


Wie prüfe ich, ob meine Schweißer zur WPS qualifiziert sind?

Schweißerprüfung muss abdecken:

  • ✅ Verfahren (z.B. 135 MAG)
  • ✅ Material-Gruppe (z.B. Gruppe 1 = Stahl)
  • ✅ Dickenbereich (z.B. geprüft 12mm → gültig 3-unbegrenzt)
  • ✅ Position (z.B. geprüft PF → deckt PA, PB, PC ab)
  • ✅ Nahttyp (BW oder FW)

Beispiel:

  • WPS: MAG, S355 (Gruppe 1.2), 15mm, PA
  • Schweißer-Prüfung: 135, S (Gruppe 1), t=12mm, PF, BW
  • Passt! (PF deckt PA ab, Dicke passt, Gruppe passt)

StahlNorm-Feature: Automatischer Abgleich WPS ↔ Schweißer-Qualifikation mit Ampel-System (Rot/Gelb/Grün)


Was kostet eine WPQR?

Kosten variieren je nach:

  • Prüfinstitut (SLV, TÜV, DVS)
  • Materialdicke (dickere Proben = teurer)
  • Anzahl Prüfungen (Zug, Biege, Kerb, Härte, Makro)

Typische Preise:

  • Standard-WPQR (Stahl, t≤20mm): 1.500€ - 2.500€
  • Erweiterte WPQR (Härteprüfung, mehr Proben): 2.500€ - 4.000€
  • Spezial-WPQR (Edelstahl, Korrosionsprüfung): 4.000€ - 6.000€

Zeitaufwand: 2-4 Wochen (Schweißung + Prüfung + Bericht)

Tipp: Für Standard-Baustahl EXC 2 reicht meist pWPS → 0€ Kosten!


Fazit: Effiziente WPS-Erstellung spart Zeit & Geld

Eine korrekt erstellte Schweißanweisung ist die Grundlage für:

  • ✅ Qualitativ hochwertige Schweißnähte
  • ✅ Audit-Sicherheit nach EN 1090
  • ✅ Reproduzierbare Prozesse
  • ✅ Rechtssicherheit

Manuelle Erstellung: 30-60 Minuten pro WPS Mit Software: 2 Minuten pro WPS = 96% Zeitersparnis

Bei 10 WPS pro Jahr:

  • Manuelle Erstellung: ~8 Stunden
  • Mit StahlNorm: ~20 Minuten
  • Ersparnis: 7,5 Stunden = 450€ (bei 60€/Std.)

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Schweißanweisung in 10 Minuten digital erstellen

Wer die Theorie kennt, will die WPS schnell und normkonform auf Papier bringen. Mit einem strukturierten Vorgehen geht das auch ohne Spezialsoftware in unter einer Viertelstunde — mit Software sogar in zwei Minuten.

Schritt 1: Verfahren und Werkstoffgruppe wählen

Legen Sie als Erstes das Schweißverfahren nach ISO 4063 fest (z. B. 135 für MAG) und ordnen Sie den Grundwerkstoff der richtigen ISO/TR-15608-Werkstoffgruppe zu (z. B. Gruppe 1.2 für S355J2). Diese beiden Angaben bestimmen alle weiteren Gültigkeitsbereiche.

Schritt 2: Parameter aus qualifiziertem WPQR übernehmen

Liegt ein WPQR (Welding Procedure Qualification Record nach ISO 15614-1) vor, übernehmen Sie Strom, Spannung, Vorschub und Streckenenergie direkt aus dem Prüfbericht. Für Standardanwendungen in EXC2 (Werkstoffdicke unter 25 mm) reicht häufig eine pWPS auf Basis der Herstellerbescheinigung des Schweißzusatzes.

Schritt 3: Geltungsbereich prüfen (Position, Dicke, Material)

Kontrollieren Sie, ob der Geltungsbereich der WPS die geplante Schweißaufgabe tatsächlich abdeckt: Schweißposition nach ISO 6947, Wanddickenbereich und Werkstoffgruppe müssen mit den Qualifikationsgrenzen aus dem WPQR übereinstimmen.

Schritt 4: Freigabe und revisionssichere Ablage

Die fertige WPS muss von der verantwortlichen Schweißaufsichtsperson (EWE/IWT/IWE je nach EXC-Klasse) unterschrieben und datiert werden. Speichern Sie die WPS revisionssicher — entweder in einem nummerierten Ordner oder in einer digitalen WPS-Bibliothek mit automatischer Versionierung.

Nächste Schritte

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Über den Autor: Dieser Leitfaden wurde in Zusammenarbeit mit zertifizierten Schweißfachingenieuren (IWE) erstellt und entspricht den aktuellen Normen ISO 15609-1:2019 und EN 1090-2:2018+A1:2024.

Über StahlNorm: StahlNorm ist die führende All-in-One-Software für EN 1090 Compliance im DACH-Raum. Über 500 Metallbau-Betriebe erstellen täglich WPS, verwalten Schweißer-Qualifikationen und generieren CE-Kennzeichnungen mit unserer Software.

📧 info@stahlnorm.de 🌐 www.stahlnorm.de


Letzte Aktualisierung: Oktober 2025 Normenstand: ISO 15609-1:2019, EN 1090-2:2018+A1:2024

Häufige Fragen

Was bedeutet WPS beim Schweißen?

WPS steht für Welding Procedure Specification, auf Deutsch Schweißanweisung. Sie ist das verbindliche Dokument, das alle Parameter eines Schweißverfahrens festlegt – Schweißprozess, Zusatzwerkstoff, Schutzgas, Strom, Spannung, Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur sowie die Schweißposition. Der Schweißer muss sich exakt an diese Vorgaben halten.

Ist eine Schweißanweisung (WPS) Pflicht?

Ja. Für tragende Bauteile aus Stahl und Aluminium nach EN 1090 dürfen Sie nur mit einer qualifizierten WPS schweißen. Die WPS muss durch einen Qualifizierungsnachweis (WPQR) oder ein anderes nach ISO 15607 zulässiges Verfahren abgesichert sein.

Was ist der Unterschied zwischen WPS und WPQR?

Die WPS (Schweißanweisung) beschreibt, wie geschweißt werden soll. Der WPQR (Welding Procedure Qualification Record) ist der Prüfnachweis, der belegt, dass dieses Verfahren die geforderten Eigenschaften tatsächlich erreicht. Eine WPS ist erst gültig, wenn sie durch einen WPQR abgedeckt ist.

Was ist eine pWPS?

Eine pWPS (preliminary Welding Procedure Specification, vorläufige Schweißanweisung) ist der Entwurf einer Schweißanweisung, der für die Verfahrensprüfung verwendet wird. Nach erfolgreicher Qualifizierung durch den WPQR wird aus der pWPS die endgültige, freigegebene WPS.

Welche Angaben muss eine WPS nach ISO 15609-1 enthalten?

Eine WPS nach ISO 15609-1 enthält unter anderem: Schweißprozess, Grundwerkstoff und Werkstoffgruppe, Wanddicke, Schweißzusatz und Schutzgas, Nahtart und Fugenform, Schweißposition, elektrische Parameter (Strom, Spannung, Polung), die Wärmeführung (Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur) sowie die Streckenenergie.

Wo finde ich eine WPS-Vorlage?

Eine normkonforme WPS-Vorlage nach ISO 15609-1 umfasst alle Pflichtfelder: Herstellerangaben, Schweißverfahren, Grundwerkstoff, Schweißzusatz, Schutzgas, Position, Nahtart, Schweißparameter und Wärmeführung. StahlNorm stellt strukturierte digitale Vorlagen bereit, die alle Felder nach ISO 15609-1 vorausfüllen — die fertige WPS lässt sich per Klick als PDF exportieren.

Was ist eine pWPS genau?

Eine pWPS (preliminary Welding Procedure Specification, vorläufige Schweißanweisung) ist der Entwurf einer Schweißanweisung, der für die Verfahrensprüfung (WPQR) verwendet wird. Sie basiert auf Herstellerangaben des Schweißzusatz-Herstellers und gilt ohne WPQR nur für eingeschränkte Anwendungen — typisch Standard-Stahlbau EXC2 bis 25 mm Wanddicke. Nach erfolgreicher Qualifizierung durch den WPQR wird aus der pWPS die endgültige, freigegebene WPS.

Was muss eine WPS nach ISO 15609-1 mindestens enthalten?

Die Mindestangaben einer WPS nach ISO 15609-1 sind: Schweißprozess (ISO 4063-Code), Grundwerkstoff mit Werkstoffgruppe (ISO/TR 15608), Wanddickenbereich, Schweißzusatz (Norm und Typ), Schutzgas (bei MAG/WIG), Nahtart und Fugenform, Schweißposition (ISO 6947), elektrische Parameter (Strom, Spannung, Polung), Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur sowie die Streckenenergie. Zusätzlich Gültigkeitsbereich, Qualifikationsnachweis (pWPS oder WPQR-Nummer) und Freigabe durch die Schweißaufsichtsperson.

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