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EXC ermitteln: Ausführungsklasse nach EN 1090-2 bestimmen
Drei Angaben wählen — Schadensfolgeklasse, Beanspruchungskategorie, Herstellungskategorie — und Sie erhalten eine Orientierung zur Ausführungsklasse EXC1 bis EXC4. Dazu zeigt der Ermittler ausgewählte Anforderungen, die EN 1090-2 an die ermittelte Klasse knüpft, mit Fundstelle je Aussage, und was ausdrücklich nicht an der Klasse hängt.
- Orientierung EXC1–4 aus CC, SC und PC — mit Herkunft der Matrix
- Bewertungsgruppe, Schweißaufsicht und Rückverfolgbarkeit je Klasse mit Fundstelle
- Ergänzende ZfP nach Tabelle 24 je Nahtart — kein Pauschalwert
- Toleranzklasse und Prüfbescheinigung: warum sie nicht an der Klasse hängen
Ausführungsklasse (EXC) nach EN 1090-2 einordnen
Drei Angaben wählen → Orientierung zur Ausführungsklasse EXC1–4 und was EN 1090-2 an die Klasse knüpft. Kostenlos, ohne Anmeldung.
1. Schadensfolgeklasse (CC, nach EN 1990)
2. Beanspruchungskategorie (SC)
3. Herstellungskategorie (PC)
Bitte alle drei Kategorien wählen, um die Ausführungsklasse zu bestimmen.
Hinweis: Die Matrix aus Schadensfolge-, Beanspruchungs- und Herstellungskategorie stammt aus der Vorgängerfassung der Norm (Anhang B (informativ) der Vorgängerfassung der EN 1090-2, wiedergegeben in DVS 1901-1 (08/2011), Tabelle 1). Mit EN 1090-2:2018 ist dieser Anhang entfallen; die Grundlage der Wahl steht seither in EN 1993-1-1:2005/A1:2014, Anhang C (EN 1090-2:2018, Vorwort und 4.1.2) und kann von der Matrix abweichen. Das Ergebnis ist eine Orientierung. Verbindlich nennt die Ausführungsspezifikation die Ausführungsklasse.
Wer die Ausführungsklasse festlegt
Die Ausführungsklasse ist Teil der Ausführungsspezifikation, nicht eine Einschätzung beim Fertigen. EN 1090-2:2018 verlangt in 4.1.2, dass die Ausführungsspezifikation die maßgebende Ausführungsklasse oder -klassen festlegt. Für die Grundlage der Wahl verweist die Norm in der Anmerkung zu 4.1.2 auf EN 1993-1-1:2005/A1:2014, Anhang C — eine Bemessungsnorm. EN 1090-1 verlangt in 6.3.6, dass die geltende Ausführungsklasse in der Bauteilspezifikation angegeben ist; diese erstellt nach Anhang A.1 der Auftraggeber oder der Hersteller, bei gemeinsamer Erstellung ist die Aufteilung vertraglich zu regeln. Nach 4.1.1 müssen die Angaben vor Beginn der Ausführung des jeweiligen Teils vereinbart und vollständig sein.
Eine Klasse muss nicht für das ganze Tragwerk gelten: Nach 3.7.2 kann sie sich auf die Arbeiten insgesamt, ein einzelnes Bauteil oder ein Detail eines Bauteils beziehen. Wofür der Ermittler taugt: eine Vorgabe einordnen, eine fehlende Angabe bemerken, eine Rückfrage an Auftraggeber oder Tragwerksplanung vorbereiten und abschätzen, welcher Aufwand mit der Klasse auf die Fertigung zukommt.
Worauf die Einordnung beruht
Der Ermittler ordnet nach der Matrix aus Schadensfolgeklasse (CC), Beanspruchungskategorie (SC) und Herstellungskategorie (PC). Herkunft der Matrix: Anhang B (informativ) der Vorgängerfassung der EN 1090-2, wiedergegeben in DVS 1901-1 (08/2011), Tabelle 1. Laut Vorwort der EN 1090-2:2018 ist dieser informative Anhang entfallen; die normativen Anforderungen an die Wahl stehen seither in EN 1993-1-1:2005/A1:2014, Anhang C.
Anhang C liegt uns nicht vor. Ob er dieselben Kategorien und Zuordnungen führt, ist nicht geprüft — das Ergebnis kann davon abweichen. Darum gibt der Ermittler eine Orientierung aus, keine Festlegung. Für die drei CC3-Zellen mit dem Ergebnis EXC3 zeigt er die Fußnote der Matrix mit an: „Bei außergewöhnlichen Tragwerken oder bei Tragwerken mit hohen Versagensfolgen sollte EXC4 angewendet werden.“
Was der Ermittler zeigt — und was nicht
Zur ermittelten Klasse zeigt er ausgewählte Anforderungen, die EN 1090-2 an die Klasse knüpft: Bewertungsgruppe nach EN ISO 5817 (7.6.1), technische Kenntnisse der Schweißaufsicht (7.4.3, Tabellen 14 und 15), Rückverfolgbarkeit (5.2) und die ergänzende ZfP nach Tabelle 24 — je Nahtart, über Zusätze der Tabelle auch je Werkstoff, nicht als ein Prozentsatz für alle Nähte. Die Liste der an Ausführungsklassen geknüpften Anforderungen gibt die Norm nach 4.1.2 in Tabelle A.3; der Ermittler zeigt eine Auswahl daraus.
Bewusst nicht je Klasse ausgegeben werden die Toleranzklasse nach 11.3.2 (Klasse 1, sofern die Ausführungsspezifikation nichts anderes festlegt) und die Prüfbescheinigung nach EN 10204, die Tabelle 1 nach Erzeugnis und Güte staffelt. Beides steht im Ergebnis als eigener Abschnitt „Was nicht an der Ausführungsklasse hängt“. EXC4 baut nach 4.1.2 auf EXC3 auf, mit weiteren projektspezifischen Anforderungen — Werte dafür nennt der Ermittler nicht. Mehr zu den einzelnen Klassen steht auf der Seite zu EN 1090-2 und den Ausführungsklassen EXC1–4.
Ergebnis EXC2? Die Pflichten als Checkliste
Für EXC2 gibt es die formalen Kernbereiche aus EN 1090-1 und EN 1090-2 als abhakbare Checkliste mit Normverweisen — WPK, CE/DoP, WPS/WPQR, Schweißer, Schweißaufsicht, ZfP nach Tabelle 24 und Audit-Rhythmus. Ausführlich beschrieben auf der Seite zur EXC2-Anforderungs-Checkliste.
Häufige Fragen zur Ausführungsklasse
Wer legt die Ausführungsklasse fest?
EN 1090-2:2018 bindet die Festlegung an ein Dokument, nicht an eine Rolle: Nach 4.1.2 legt die Ausführungsspezifikation die maßgebende Ausführungsklasse oder -klassen fest, und für die Grundlage der Wahl verweist die Norm auf EN 1993-1-1:2005/A1:2014, Anhang C — eine Bemessungsnorm. EN 1090-1 verlangt in 6.3.6, dass die geltende Ausführungsklasse in der Bauteilspezifikation angegeben ist; nach Anhang A.1 erstellt diese der Auftraggeber oder der Hersteller, und sind beide beteiligt, ist die Aufteilung vertraglich zu regeln. Wer die Klasse in Ihrem Projekt liefert, ergibt sich also aus dem Vertrag. Der Ermittler hilft, eine Vorgabe einzuordnen und Rückfragen vorzubereiten; er ersetzt die Festlegung nicht.
Was gilt, wenn in den Unterlagen keine Ausführungsklasse steht?
EN 1090-2:2018 nennt dafür keine Ersatzklasse. Nach 4.1.1 müssen die für die Ausführung nötigen Angaben vor Beginn der Ausführung des jeweiligen Teils vereinbart und vollständig sein, und nach 4.1.2 gehört die Ausführungsklasse in die Ausführungsspezifikation. Fehlt sie, klären Sie sie vor Fertigungsbeginn mit dem Auftraggeber bzw. der Tragwerksplanung.
Gilt eine Ausführungsklasse immer für das ganze Tragwerk?
Nicht zwingend. EN 1090-2:2018 definiert die Ausführungsklasse in 3.7.2 als Anforderungssatz für die Ausführung der Arbeiten insgesamt, eines einzelnen Bauteils oder eines Details eines Bauteils; 4.1.2 spricht von der maßgebenden Klasse oder den maßgebenden Klassen. Ein Projekt kann also mehrere Ausführungsklassen enthalten.
Warum zeigt der Ermittler bei CC3 einen Hinweis auf EXC4?
Die Matrix, nach der der Ermittler einordnet, trägt an den CC3-Zellen mit dem Ergebnis EXC3 eine Fußnote: „Bei außergewöhnlichen Tragwerken oder bei Tragwerken mit hohen Versagensfolgen sollte EXC4 angewendet werden.“ Der Ermittler gibt diese Fußnote wörtlich mit aus. Ob sie für Ihr Tragwerk greift, entscheidet die Ausführungsspezifikation.
Hängt der ZfP-Umfang an der Ausführungsklasse?
Teilweise. Tabelle 24 der EN 1090-2 staffelt die ergänzende ZfP nach Ausführungsklasse und Nahtart, über Zusätze auch nach Werkstoff (Fußnote b: eigener Wert bei EXC1 für Quer-Stumpfnähte und teilweise durchgeschweißte Quernähte im Stumpf- und Kreuzstoß in Stahl ab S420; seit A1:2024 zusätzlich für die Stahlkategorien A2 und B2 mindestens der Umfang für EXC3) — einen Prozentsatz je Klasse für alle Nähte gibt es nicht. Für EXC4 führt die Tabelle keinen Wert; der Umfang wird je festgelegter Naht bestimmt und entspricht mindestens dem für EXC3. Das Prüfverfahren (MT, PT, UT, RT) ist kein Tabellenwert je Klasse, und die Sichtprüfung gilt in jeder Klasse für alle Nähte.
Die Ausführungsklasse im Projekt mitführen
In StahlNorm führen Sie Ausführungsklasse und Prüfumfang nach Tabelle 24 im Projekt mit — mit Nahtliste, WPS-Blatt und Schweißer-Fristen. So, wie es im Betrieb aussieht, mit einem Beispielprojekt.