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Zertifikat prüfen

DIN EN 1090 zertifizierte Betriebe: So prüfen Sie den Nachweis

EN 1090-1:2009+A1:2011
Kurz gesagt
Ein nach EN 1090 zertifizierter Betrieb hat eine von einer notifizierten Stelle zertifizierte werkseigene Produktionskontrolle. Sichtbar wird das an drei Stellen: im WPK-Zertifikat, in der Leistungserklärung und im CE-Kennzeichen mit der Kennnummer der Stelle. Ein Verzeichnis zertifizierter Betriebe führt diese Seite nicht; sie zeigt, welche Angaben Sie abgleichen und was das Zertifikat nicht beantwortet.

Woran Sie den Nachweis erkennen

EN 1090-1 beschreibt, welche Angaben die Nachweise eines Herstellers tragen. Diese Angaben lassen sich untereinander abgleichen.

DokumentAngabenFundstelleWorauf Sie achten
WPK-Zertifikat der StelleName und Anschrift der Stelle, Nummer des Zertifikats, Bedingungen und Gültigkeitsdauer (sofern zutreffend), unterschriftsberechtigte Person.EN 1090-1, ZA.2.3Zertifikatsnummer und Gültigkeit; Bedingungen lesen.
Leistungserklärung / KonformitätserklärungHersteller mit Anschrift und Herstellungsort, Produktbeschreibung, Nummer des beigefügten WPK-Zertifikats, unterzeichnende Person.EN 1090-1, ZA.2.3Passt die Erklärung zum gelieferten Produkt, nennt sie dasselbe Zertifikat?
CE-Kennzeichen am BauteilKennnummer der Zertifizierungsstelle, Hersteller, letzte zwei Ziffern des Kennzeichnungsjahres, Nummer des Zertifikats, Verweis auf EN 1090-1, Bauteilbeschreibung.EN 1090-1, ZA.3.1Stimmen Kennnummer und Zertifikatsnummer mit den Papieren überein?

So prüfen Sie den Nachweis

  1. Zertifikat über die WPK und Leistungserklärung anfordern.
  2. Zertifikatsnummer und Kennnummer der Stelle in allen Papieren abgleichen.
  3. Bedingungen und Gültigkeitsdauer auf dem Zertifikat lesen.
  4. Prüfen, ob Stahl (EN 1090-2), Aluminium (EN 1090-3) oder beides zu Ihrem Auftrag passt, und die Ausführungsklasse des Projekts abstimmen.
  5. Bei Zweifeln die ausstellende Stelle fragen, ob und wie sie ihre Zertifikate bestätigt.
Was das Zertifikat nicht beantwortet

Es betrifft die werkseigene Produktionskontrolle des Herstellers, nicht die Qualität eines einzelnen Auftrags. Ob die geforderte Ausführungsklasse zum Projekt passt, steht in der Bauteil- und Ausführungsspezifikation, siehe EN 1090-2.

Kein Eintrag im Register?

Manche Stellen veröffentlichen Zertifikate, andere nicht. Ein fehlender Eintrag ist deshalb noch kein Beleg dafür, dass kein Zertifikat vorliegt: Fragen Sie nach der Kopie des Zertifikats.

Für Betriebe: So kommt das Zertifikat zustande

Wer selbst zertifiziert werden will, durchläuft sieben Schritte: die Ausführungsklasse festlegen, die WPK aufbauen und dokumentieren, Schweißanweisungen nach ISO 15609-1 erstellen, Schweißerprüfungen nach ISO 9606-1 nachweisen, die verantwortliche Schweißaufsicht benennen, das Erstaudit bestehen und anschließend CE-Kennzeichnung und Leistungserklärung ausstellen. Die Überwachung folgt den Abständen der Tabelle B.3. Den Ablauf im Detail zeigt die Seite EN 1090 im Überblick, die Pflichten für kleine Betriebe EN 1090 für Kleinbetriebe. Die Zertifizierung selbst bleibt bei der notifizierten Stelle; den Aufbau der WPK unterstützt das WPK-Handbuch.

Häufige Fragen zu zertifizierten Betrieben

Wo finde ich EN-1090-zertifizierte Betriebe?

Diese Seite führt kein Verzeichnis. Fragen Sie den Betrieb nach dem Zertifikat über die werkseigene Produktionskontrolle und nach der Leistungserklärung. Manche Zertifizierungsstellen führen ein Online-Register ihrer Zertifikate; ob ein Betrieb dort steht, hängt davon ab, ob seine Stelle eines führt. Ein fehlender Eintrag belegt daher nicht, dass kein Zertifikat existiert. Im Zweifel fragen Sie die ausstellende Stelle.

Was steht auf dem WPK-Zertifikat?

Nach EN 1090-1 (ZA.2.3) nennt das Zertifikat Name und Anschrift der Stelle, die Nummer des Zertifikats über die werkseigene Produktionskontrolle, Bedingungen und, sofern zutreffend, die Gültigkeitsdauer sowie Name und Funktion der unterschriftsberechtigten Person.

Woran erkenne ich ein CE-gekennzeichnetes Bauteil nach EN 1090-1?

Die Angaben zum CE-Kennzeichen (ZA.3.1) enthalten die Kennnummer der Zertifizierungsstelle, Name oder Kennung und Anschrift des Herstellers, die letzten beiden Ziffern des Jahres der Kennzeichnung, die Nummer des Zertifikats über die WPK, den Verweis auf EN 1090-1 und eine Beschreibung des Bauteils.

Reicht das Zertifikat als Nachweis für mein Projekt?

Das Zertifikat bezieht sich auf die werkseigene Produktionskontrolle des Herstellers. Ob Ausführungsklasse, Werkstoff (Stahl nach EN 1090-2, Aluminium nach EN 1090-3) und Bauteilart zu Ihrem Projekt passen, klären Sie zusätzlich: Die Ausführungsklasse steht in der Bauteilspezifikation, die Anforderungen des Projekts in der Ausführungsspezifikation. Im Zweifel fragt man die ausstellende Stelle.

Wie lange gilt das Zertifikat?

Bedingungen und, sofern zutreffend, eine Gültigkeitsdauer stehen auf dem Zertifikat selbst. Dazu kommt die laufende Überwachung durch die notifizierte Stelle in den Abständen der Tabelle B.3 der EN 1090-1: in EXC1 und EXC2 1-2-3-3 Jahre, in EXC3 und EXC4 1-1-2-3-3 Jahre.

Wie wird ein Betrieb zertifiziert?

Typischer Weg: Ausführungsklasse klären, werkseigene Produktionskontrolle aufbauen, Schweißanweisungen und Schweißerqualifikationen nachweisen, Schweißaufsicht benennen, Erstaudit durch die notifizierte Stelle bestehen, danach CE-Kennzeichnung und Leistungserklärung. Die Zertifizierung selbst nimmt die Stelle vor.

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